Mitgliederversammlung 2009

Am 15. April 2009 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Freundskreises Walter Womacka e.V. statt.

In seiner Rede bekräftigte der Vorsitzende Andre Eckardt, dass ein Hauptanliegen des Freundeskreises in der Erhaltung der baugebundenen Arbeiten von Prof. Walter Womacka besteht. Nachfolgend können Sie daher den entsprechenden Abschnitt seiner Rede nachlesen.

Ein Hauptanliegen unseres Freundeskreises sehen wir auch in der Erhaltung der baugebundenen Arbeiten von Walter Womacka. Nicht alle Werke wie der Fries am Haus des Lehrers und der Brunnen auf dem Alexanderplatz sind denkmalgeschützt oder werden so liebevoll behütet wie die Arbeiten in Eisenhüttenstadt. Mit der Zerstörung der Wandbilder Walter Womackas im ehemaligen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR wurden einmalige Arbeiten der deutschen Kunstgeschichte zerstört. Wir finden, das darf sich nicht noch einmal wiederholen!

Unser Mitglied Mathias Glaesmer hat sich bereit erklärt, uns hinsichtlich diesem Punkt tatkräftig aktiv zu unterstützen und unsere Aktivitäten bei den baugebundenen Arbeiten zu koordinieren. Das 1968 fertig gestellte und 15 x 6 große Wandbild ist aufgrund des geplanten Abrisses des Gebäudes 2010 bzw. 2011 massiv gefährdet. Im März 2009 fragten wir daher beim Bundesamt für Immobilienaufgaben an, welche Maßnahmen zur Sicherung des Wandbildes getroffen werden. Bislang ohne Antwort, doch wir bleiben hier natürlich hartnäckig am Ball.Eine positive Reaktion erhielten wir aus Oberhof. Hier hatte Walter Womacka 1971 die Gestaltung eines Wandbildes am Hotel Rennsteig übernommen. Das 25 x 5 m große Bild mit dem Titel „Die vier Jahreszeiten” wurde beim Abriss des Hotels im Jahr 1995 eingelagert. Auf mehrere Anfragen unseres Freundeskreises im letzten Jahr zum Verbleib des Bildes erhielten wir lange Zeit keine Antwort. Nun erhielten wir einen Brief des Bürgermeisters, der uns Hoffnung dazu gibt, dass das Bild in der Zukunft wieder einen Platz im Stadtbild finden wird.

Weniger Zuversicht geben uns die Nachrichten zum Gästehaus in Pankow. Das dortige Gästehaus der DDR-Regierung 1968 erbaut. Walter Womacka entwarf ein Keramikwandbild an der Gartenfassade, am überdachten Hauseingang ist sein Wandbild “Tauben und Weltkugel” zu finden. Im Treppenflur übernahm er den Entwurf eines Glasfensters.

Das Gästehaus war bis 1995 ein Hotel, seitdem verfällt es. Sein Eigentümer, ein Unternehmer aus Werder (Havel) hatte das Gebäude 2006 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Er wollte das Gästehaus zum Hotel umbauen, auf dem 13 000 Quadratmeter großen Gelände sollten noch zwei Häuser entstehen. Aus den Plänen ist nichts geworden, der Eigentümer gibt dem Denkmalschutzes schuld. 2007 wollte er das Gästehaus verkaufen, doch niemand wollte es haben. Nun verfällt es. Das Glasfenster von Walter Womacka ist nahezu vollständig zerstört, das Wandbild ist beschmiert, die gesamte Inneneinrichtung wurde zerstört.

Mehrmals hat das Denkmalamt den Eigentümer aufgefordert, das Gebäude vor weiteren Zerstörungen zu schützen. Metallplatten hängen an Fenstern und Türen im Erdgeschoss, ins Haus gelangt man trotzdem. Doch mehr als mahnen kann die Behörde offenbar nicht. Und so bleibt unklar, was aus dem Gästehaus wird. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten will es nicht haben. Das Gebäude gehöre nicht zum Schloss, das gerade mit einem Millionenaufwand restauriert wurde. Denkmalschützer befürchten, dass das Haus so lange verfällt, bis es abgerissen werden kann. Schließlich ließe sich Bauland am Schlosspark und in der Villensiedlung am Majakowskiring zu hohen Preisen verkaufen.

Bereits in einem Schreiben vom 14. August 2008 mahnte unser Freundeskreis beim Bezirksstadtrat Dr. Nelken an, dass das Gebäude unzureichend gesichert ist und erhebliche Unfallgefahr bestehe. Insbesondere die Zerstörung des Fensters von Walter Womacka und die Beschmierungen des Wandbildes im Hof wurden aufs äußerste verurteilt. Das Antwortschreiben vom 3. September 2008 kommt einer Kapitulation der öffentlichen Hand gleich. Es schließt mit dem Satz „…Aber berücksichtigen Sie auch, dass eine Behörde Vandalismus und kriminelle Energie nicht verhindern kann”.

Wer, wenn Behörden sollen dies nicht tun? Da wir bei dem Gebäude mit dem schlimmsten rechnen müssen, gilt unser Bestreben nun der Rettung der 2 verbliebenen Arbeiten Walter Womackas am und im Objekt.

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