Freundeskreis Walter Womacka e.V. blog archives for August, 2011.

Ausstellungs-Archiv

Hier finden Sie eine Übersicht vergangener Ausstellungen von und mit Werken Walter Womackas.

Die chronologische Auflistung aller Ausstellungen von und mit Werken Walter Womackas von 1955 bis 2011 zum Download (PDF)


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des Freundeskreises Walter Womacka können Sie zahlreiche Nachdrucke und Reproduktionen der auf diesen Seiten gezeigten Werke, teilweise mit Original-Signierung von Walter Womacka, kaufen! Zum Bildershop »»  (externe Seite)

Ausstellungen in den Jahren 2000 – 2010

 

2009
Ausstellung „Berliner Bilder“ in der Galerie im „Palais am Festungsgraben“


2008

Ausstellung „Menschen und Meer“ mit dem Gemälde „Am Strand“ in der Galerie im „Palais am Festungsgraben“

 

2007
Ausstellung „Bilder aus Studienreisen“ in der Galerie im „Palais am Festungsgraben“ mit Empfang des Botschafters von Ecuador und drei Filmabenden

 

2005
Ausstellung anlässlich des 80. Geburtstages Womackas im „Palais am Festungsgraben“

2005
Ausstellung „Malerei und Grafik – Rückblicke“ mit Ölbildern und Aquarellen im Verwaltungsgebäude von Vattenfall Europe in Cottbus.

2004
Ausstellungen im Städtischen Museum Eisenhüttenstadt mit Arbeiten von 1943-1989 und in Burg Beeskow mit Bildern von 1989-2004 anlässlich der Veröffentlichung seiner Autobiografie.
Ausstellung „Malerei und Grafik“ im „Art Center“ Berlin Friedrichsstraße.


2002

Umfassende Werkschau mit über 200 Arbeiten in Womackas Heimatstadt Brüx (Most)

 


2000

Ausstellung „Fünf Jahrzehnte Malerei und Grafik“ anlässlich des 75. Geburtstages Womackas im „Palais am Festungsgraben“

 

Ausstellungen in den Jahren 1989 – 1999

 

 

1999
Austellung „Kleine Formate“ im „Palais am Festungsgraben“

 

1998
Ausstellung von Malerei und Grafik in der Schlossdomäne Magdeburg-Wolmirstedt.

 

1997
Zweite Ausstellung „Malerei und Grafik“ im „Palais am Festungsgraben“

 

 

1996
Ausstellung „Malerei und Grafik“ mit neuen Bildern Womackas im „Palais am Festungsgraben“ in Berlin-Mitte


1995

Ausstellung in der in der “Fairmate Art Galerie” in Taipei
Ausstellung anlässlich des 750 jährigen Jubiläum der Stadt Loddin mit Bildern der Insel und des Lebens der Fischer von Usedom.
Werkschau anlässlich des 70. Geburtstages von Walter Womacka im GEHAG Forum Berlin-Wilmersdorf

1993
Ausstellung in der Apocalypse Galerie in Nicosia (Zypern)

1992
Umfassende Werkschau im Taipei Fine Arts Museum, Taipei (Taiwan)

1991
Ausstellung im GEHAG FORUM Berlin

1990
Ausstellung im Kulturhaus BASF Schwarzheide

1989
Ausstellung von Gemälde und Grafiken in der Contemporanea-Galerie Oberbillig in Trier und der Galerie Fritzen in Saarlouis, Ausstellung vorwiegend kleinformatiger Bilder in der Galerie 100 in Berlin-Hohenschönhausen

 

Alle älteren Ausstellungen finden Sie in der chronologischen Auflistung aller Ausstellungen von und mit Werken Walter Womackas von 1955 bis 2011 zum Download (PDF)

 

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Das Leben Walter Womackas 1954 bis 1965

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1954 bis 1965 – Prägende Jahre in seinem künstlerischen Schaffen

Mit dem Beginn seiner Lehrtätigkeit an der Hochschule in Berlin-Weißensee verlegt Womacka seinen Wohnsitz von Weimar nach Berlin-Pankow. Im gleichen Jahr führt er erste baugebundene Arbeiten aus.

1955 wird Womacka nach einer Ausstellung 50 seiner Arbeiten im Berliner Kulturbundhaus „Erich Weinert“ auf Vorschlag von Oscar Nerlinger als Berater bei der Ausgestaltung von Stalinstadt, dem heutigen Eisenhüttenstadt, mit Werken baugebundener Kunst verpflichtet. Ein Aufenthalt im Mecklenburgisch Neu-Lewin im selben Jahr wird zur Grundlage des 1956 fertig gestellten Gemäldes „Rübenhackerinnen“.

 

 

 

1956 wird dieses, zusammen mit Ölstudien, Aquarellen, Gouachen und Zeichnungen, die auf seiner Studienreise nach Bulgarien im Mai und Juni 1956 entstanden, zur Eröffnung des Neubaus der Hochschule Berlin-Weißensee im selben Jahr ausgestellt. Ebenfalls 1956 entstehen erste Bildentwürfe zum Thema „Arbeitspause“, aus denen nach fünf Fassungen 1958 das Gemälde „Rast bei der Ernte“ wird und Womacka beginnt mit der Arbeit an Entwürfen eines Natursteinmosaiks für das Haus der Organisation, dem heutigen Rathaus Eisenhüttenstadt. Die Fertigstellung dieses Mosaiks wird in dem DEFA-Dokumentarfilm „Bild aus hundertausend Steinen“ (1959) festgehalten. Die folgenden Jahre sind gekennzeichnet von zahlreichen nationalen und internationalen Ausstellungen, Studienreisen und dem Bekanntwerde Walter Womackas als Bildender Künstler.

1957und 1958 werden Arbeiten Womackas in Ausstellungen unter anderem im Staatlichen Lindenau-Museum in Altenburg, Leipzig, Berlin, Dresden und Moskau präsentiert. Neben Studienreisen nach Italien, Bulgarien und Ägypten (1958), fährt Womacka 1957 auch zum ersten Mal in die Sowjetunion, wo ihm im Rahmen der 6. Weltfestspiele von der „Internationalen Kunstausstellung“ eine Silbermedaille für sein Gemälde „Am Ende des Krieges“ verliehen wird.

1958 erhält Womacka den Kunstpreis der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft und ein Jahr später den Kunstpreis der DDR für das Gemälde „Rast bei der Ernte“.

1959 beginnt Womacka mit Studien für das Gemälde „Feldbaubrigade“ im Volksgut Buch bei Berlin, entwirft das Glasfenster der Marienquelle in Bad Elster und unternimmt eine weitere Studienreise, die ihn durch Wien, Ungarn und Jugoslawien abermals nach Bulgarien führt. Die Wahl des damals 34-jährigen Womackas zum Vizepräsidenten des Verbandes Bildender Künstler am Ende des Jahres – die Position bekleidet er bis 1988 –  verdeutlicht seine wachsende Bedeutung als Künstler der DDR.

1960 unternimmt Womacka zahlreiche Studienreisen unter anderem nach Griechenland, Jugoslawien und Bulgarien, wo er eine Ausstellung seiner Arbeiten in Sofia eröffnet; auch erhält er den Kunstpreis des FDGB. Im selben Jahr beginnt Womacka mit der Arbeit an den Entwürfen dreier Glasfenster für die Eingangshalle des Museums des antifaschistischen Befreiungskampfes der europäischen Völker im ehemaligen Konzentrationslager Sachsenhausen, die 1961 fertig gestellt werden und für die er 1962 den Nationalpreis verliehen bekommt.

1961 hält Womacka die erste Phase des Aufbaus des Berliner Stadtzentrums bildlich in zehn großformatigen Aquarellen und Gouachen fest. Sein Sommeraufenthalt in Loddin auf der Insel Usedom legt den Grundstein für den Aufbau seines dortigen Ateliers in den nachfolgenden Jahren.

 

 

 

1962 reist Womacka auf Einladung des Präsidenten Sukarno nach Indonesien. Seinen Aufenthalt in Java und auf Bali verarbeitet er künstlerisch in zahlreichen Zeichnungen, Aquarellen und Druckgrafiken, die im darauf folgenden Jahr im Ausstellungszentrum am Bahnhof Friedrichstraße präsentiert werden.

 

 

 

Neben der Arbeit an den Entwürfen für die Glasfenster der Berliner Humboldt-Universität und des Mosaikfries am Haus des Lehrers am Berliner Alexanderplatz entsteht 1962 auch sein wohl bekanntestes Werk – das Ölgemälde „Am Strand“.

 

 

 

1963 wird Walter Womacka zum Leiter der Abteilung Malerei der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst in Berlin-Weißensee ernannt und wird mit der „Johannes-R.-Becher-Medaille“ des Deuschen Kulturbundes ausgezeichnet. Auch beginnt er 1963 mit den Entwurfsarbeiten für die Glasfenster des Treppenhauses im Amtssitz des Staatsrates der DDR.

1964 werden die Arbeiten am Haus des Lehrers und der Glasfensterwand im Amtssitz des Staatsrates der DDR beendet und Womacka reist für Studienzwecke nach Rumänien und Bulgarien.

 

 

 

 

1965 wird Womackas Entwurf des Mosaikbildes an der Magistrale in Eisenhüttenstadt ausgeführt. Womackas Ernennung zum Professor folgt die Auszeichnung mit dem Vaterländischen Verdienstorden in Gold.

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Das Leben Walter Womackas 1966 bis 1988

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1966 bis 1988 – Mitgestalter der bildenden Kunst in der DDR und ihrer internationalen Wertschätzung

1966 ist das Jahr der Fertigstellung des Ölgemäldes „Gespräch Am Strand“. Es ist der Anfangspunkt einer Serie großformatiger Bilder aus dem Leben der Ostseefischer. Im gleichen Jahr entwirft Womacka auch mehrere Glasfenster, eine Mosaikwand und ein Emailfries für das Gästehaus der Regierung der DDR in Berlin-Niederschönhausen sowie eine Serie von Wandbildern für das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR in Berlin und bekommt den Auftrages für die künstlerische Ausgestaltung des Neubaus des Zentralamtes für den internationalen Eisenbahnverkehr in Bern (Schweiz), für dessen Ausführung er in diesem Jahr mehrmals in die Schweiz reist. Ende des Jahres wird Womacka mit der „Erich-Weinert-Medaille“, dem Kunstpreis der FDJ, ausgezeichnet.

1967 beendet Womacka die Wandbilder im Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR in Berlin, beginnt mit der Arbeit an einem Wandbild für das Ministerium für Bauwesen der DDR in Berlin, reist für Studienzwecke in die Schweiz und nach Grusinien in der UdSSR und gestaltet eine Serie von Keramik-Wandtellern und Vasen in farbiger Unterglasmalerei.





1968
übernimmt Womacka nach der Fertigstellung des Wandbildes am Berliner Ministerium für Bauwesen der DDR die Leitung der künstlerischen Ausgestaltung des Neubaukomplexes Berlin-Alexanderplatz. Am 1. September 1968 tritt er das Rektorenamtes an der Hochschule für Bildende und Angewandte Kunst Berlin-Weißensee an, das er zwanzig Jahre bekleiden wird. Für sein künstlerisches Schaffen, besonders auf dem Gebiet der Monumentalkunst wird Walter Womacka 1968 mit dem Nationalpreis ausgezeichnet.


 

 

 


1969
wir Walter Womacka zum Ordentlichen Mitglied der Akademie der Künste der DDR berufen und Womackas Gesamtwerk wird in Weimar, Moskau und der Leningrader Ermitage ausgestellt. 1969 unternimmt Womacka Reisen nach Sibirien und Ägypten.

1970 werden auf dem Alexanderplatz die Arbeiten am Brunnen der Völkerfreundschaft beendet. Womackas stellt im Leipziger Museum für bildende Künste, in den Staatlichen Kunstsammlungen Rostock sowie im Staatlichen Museum Schwerin und in der Kunsthalle Rostock aus.

1971 Auf Einladung des mexikanischen Malers D.A. Siqueiros, den er im Vorjahr im Institut für baugebundene Kunst traf, besucht Walter Womacka Mexiko. Dieser Reise folgt ein längerer Aufenthalt in Paris. Später im Jahr beginnt Womacka mit der Arbeit an der Wandgestaltung für das “Haus des Reisens” in Berlin. Seine Werke werden in der “Galerie Junge Kunst” in Frankfurt / Oder und in Branská Bystrica (Slowakei) ausgestellt. Womacka besucht das Muchina-Instituts in Leningrad.


1972
reist Womacka nach Prag und hält einen Vortrag an der Moskauer Akademie der Künste zu Fragen der Erziehung in künstlerischer Lehre und Ausbildung. Die Arbeiten am Relief am Berliner “Haus des Reisens” werden beendet und Womacka beginnt mit der Arbeit an Entwürfen für die Wandgestaltung am Hotel “Rennsteig” in Oberhof. Womacka wird zum Vorsitzenden des Leitungskollektivs zur künstlerischen Ausgestaltung Berlins anlässlich der X. Weltfestspiele der Jugend und Studenten berufen.

1973 findet eine Werkschau der Arbeiten Womackas im Zentralen Ausstellungszentrum am Berliner Fernsehturm statt und er wird mit der “Artur-Becker-Medaille” in Gold ausgezeichnet. Im September beginnt Womacka mit den Arbeiten an der Blattfolge “In Chile herrscht Ruhe”. Auf seiner Reise nach Rom besucht Womacka Guttoso und Manzú und besichtigt die Wandmalereien in den Etruskergräbern von Tarquinia.

 

 

 

Im Januar 1974 reist Womacka nach Stockholm. Im Mai wird in der Kunsthalle Budapest eine umfassende Ausstellung mit Werken Womackas eröffnet. Womacka führt die im Vorjahr begonnenen Arbeiten zum Chile-Thema weiter und es entsteht das vierteilige Bild “Für Freiheit und Menschenwürde”.

1975 wird Womacka als Rektor der Kunsthochschule Berlin erneut bestätigt und beginnt mit der Arbeit am Bild für den Palast der Republik in Berlin. Es folgen Reisen nach Zypern und Athen und Womacka wird mit dem Orden “Banner der Arbeit” Stufe I ausgezeichnet. Die DDR-Post gibt eine 20 Pfennig-Sonderbriefmarke mit dem Abbild des Wandbild am ehemaligen Textilkaufhaus Eisenhüttenstadt heraus.

Ab 1977 steht für einige Jahre Berlin als Thema im Mittelpunkt der künstlerischen Arbeit Womackas. Er wird mit dem Goethepreis der Stadt Berlin und dem Titel “Verdienter Hochschullehrer der DDR” ausgezeichnet, reist nach Belgien und Kuba und seine Werke werden in Neubrandenburg ausgestellt.

1978 reist Womacka erneut nach Kuba und wird später zum Vizepräsidenten des Verbandes Bildender Künstler der DDR wiedergewählt.

 

 

 


1979
unternimmt Womacka Reisen nach Italien, wo er alte italienische Wandmalereien studiert, und nach Südfrankreich, wo er Vallauris und das Léger-Museums in Biot besucht und den Isenheimer Altar in Colmar besichtigt.

1980 reist Womacka gemeinsam mit Bernhard Heisig für einen Arbeitsaufenthalt nach Moskau, woraufhin die Serie der Moskau-Bilder entsteht. Es folgen weitere Studienreisen nach Syrien mit Aufenthalten in Damaskus und Palmyra, sowie nach Libanon und Zypern. Im gleichen Jahr wird in Moskau eine große Ausstellung mit Werken Womackas eröffnet und Womacka beginnt mit der Arbeit an der Bildfolge Erika Steinführer.

1981 reist Womacka anlässlich der Eröffnung einer Ausstellung seiner Werke erneut nach Damaskus. Womacka stellt das von seiner Zypernreise im Vorjahr inspirierte Gemälde „Strand“ für das Leipziger Gewandhaus fertig und fährt für Studienzwecke nach Österreich.

1982 wird Womackas Gesamtwerk erneut im Ausstellungszentrum am Fernsehturm und in der Galerie Unter den Linden in Berlin ausgestellt. Anlässlich der Eröffnung von Ausstellungen seiner Werke in Bonn und Bagdad reist Womacka in die BRD und in den Irak. Weitere Ausstellung in Frankfurt/Oder. Womacka wir der “Hans-Grundig-Medaille” ausgezeichnet.

 

 

 

 

1983 finden Ausstellungen im Kunstpavillon Heringsdorf und in Nikosia auf Zypern statt und Womacka reist nach Ecuador und Kolumbien in Südamerika.

1984 reist Womacka im Mai anlässlich der Eröffnung von Ausstellungen in der “Casa de la Cultura Ecuatoriana”, der Nationalgalerie von Quito, und im Nationalmuseum Bogota erneut nach Ecuador und Kolumbien. Im Rahmen dieser Reise besucht er die Galapagosinseln. Dem folgt eine Ausstellung auf der Kunstmesse Stockholm. In dem Film „Ein Fest für die Augen“ wird das künstlerische Schaffen Walter Womackas dokumentiert.

1985 fährt Womacka auf eine Studienreise nach Zypern und Frankreich, wo er unter anderem Vorträge an der Hochschule der Künste in Paris und im Kulturzentrum der DDR in Paris hält. Nach seiner Rückkehr wird Womacka im Alten Museum der Staatlichen Museen zu Berlin im Rahmen einer Ausstellung seiner Werke mit dem Nationalpreis I. Klasse ausgezeichnet. Später im Jahr stellt Womacka die Bildfolge “Der Bauer Fritz Dallmann” fertig.

1986 reist Womacka im Auftrag des Ministeriums für Kultur der DDR nach Äthiopien und Kairo. Es folgen weitere reisen nach Kuweit und Zypern. Auszeichnung mit dem Kulturpreis der Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe (VdgB).

 

 

 

 

1987 stellt Womacka drei Porträts der Berliner Oberbürgermeister Dr. Werner, Friedrich Ebert und Max Fechner für das Rote Rathaus in Berlin fertig und beginnt mit den Arbeiten an dem dreiteiligen Bild “Die Puppen” zum Thema der Strand. Im März folgt eine Ausstellung in den Galerie-Räumen des Kuwaiter Künstlerverbandes. Aufgrund seiner Berufung als Mitglied der Jury für die Biennale der Arabischen Länder reist Womacka erneut nach Kuwait. In der Kunstgalerie Gera wird eine Ausstellung von Aquarellen, Handzeichnungen und Keramiken eröffnet.

1988 Anlässlich einer Ausstellung im Kulturzentrum der DDR in Sofia reist Womacka nach Bulgarien. Dem Auftrag des Syrischen Präsidenten Assad ihn zu porträtieren folgt ein längerer Aufenthalt in Syrien. nach seiner Rückkehr beendet Womacka im September nach 20jähriger Amtszeit seine Rektorentätigkeit an der Kunsthochschule Weißensee. Ausstellung in der Galerie Schwarzheide.

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Das Leben Walter Womackas 1989 bis 2010

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1989 bis 2010 – Farbe Bekannt

1989 werden Womackas Gemälde und Grafiken in der Contemporanea-Galerie Oberbillig in Trier und der Galerie Fritzen in Saarlouis ausgestellt. Nach einer weiteren Studienreise nach Zypern stellt Womacka zwei Mosaike im gesellschaftlichen Zentrum des Neubaugebietes Berlin-Marzahn fertig. In der Galerie 100 in Berlin-Hohenschönhausen werden vorwiegend kleinformatige Bildern Womackas ausgestellt.

1990 folgt eine große Ausstellung im Kulturhaus BASF Schwarzheide und Womacka unternimmt eine weitere Studienreise nach Zypern.

1991 beginnt mit einer Ausstellung im GEHAG FORUM Berlin. Erstmals reist Womacka in die USA wo er den mittleren Westen (Colorado, Utah, Arizona, New Mexico) besucht und nach Taiwan. Nach seiner Rückkehr tritt Womacka nach 21 Jahren als Mitglied aus der Akademie der Künste aus. Für die neu gegründete Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde e.V. (GBM) entwirft er eine Medaille.

1992 Seiner Reise im Vorjahr folgt anlässlich der Eröffnung einer umfassenden Werkschau im Fine Arts Museum Taipei im August eine weitere Reise nach Taiwan. Später im Jahr unternimmt Womacka eine weitere Studienreise nach Frankreich.

1993 beginnt Womacka mit der Arbeit an den drei großen symbolischen Stierbildern, in denen er sich mit dem Zusammenbruch des sozialistischen Lagers auseinandersetzt. Ausstellung in der “Apocalypse-Galerie” in Nicosia auf Zypern.

 

 

 

 

1994 entstehen bei einem langen Aufenthalt in Loddin an der Ostsee zahlreiche Fischer-, Landschafts- und Blumenbilder und Womacka führt die Arbeit an den Stierbildern fort. Das Fernsehen dreht ausgehend von dem Bild “Erika Steinführer”, das sich in der Sammlung Ludwig befindet, einen Film.

1995 findet eine zweite Ausstellung in der “Fairmate Art Galerie” in Taipei und es entstehen die Bilder “Sterbender Stier” und die dreiteilige Bildfolge “Nachdenken”. Der zweite Wohnsitz von Womacka – Loddin auf der Insel Usedom – begeht sein 750jähriges Jubiläum für das Womacka zum Schirmherrn für die Feierlichkeiten berufen wird. Die Gemeinde veranstaltet eine Ausstellung mit Bildern aus dem Leben der Fischer und Ostseelandschaft, die Womacka in den vergangenen 30 Jahren dort gemalt hat. Anlässlich seines 70. Geburtstages widmet das GEHAG FORUM in Berlin-Wilmersdorf Walter Womacka eine große Ausstellung.

 

 

 

 

1996 Im Januar wird die Ausstellung „Malerei und Grafik“ mit neuen Bildern im “Palais am Festungsgraben” in Berlin-Mitte eröffnet. Den Abriss des ehemaligen Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der DDR und die Zerstörung der seiner vier Wandbilder verarbeitet Womacka in dem Ölbild “Rückbau”. Reise nach Rom.

1997 Zweite Ausstellung im “Palais am Festungsgraben”.

 

 

 

 

1998 Ausstellung von Malerei und Grafik in der Schlossdomäne Magdeburg-Wolmirstedt.

1999 verbringt Womacka zum größten Teil in Loddin, wo er an Aquarellen und Zeichnungen von Berlin arbeitet. Im gleichen Jahr unternimmt er seine erste Reise nach China auf der er Peking, Xian, Shanghai, Guilin und Hongkong besichtigt. Dem schließt sich eine Reise nach New York an.

2000 wird der Brunnen am Alexanderplatz in Stand gesetzt. Auf der Ausstellung „Fünf Jahrzehnte Malerei und Grafik“ im “Palais am Festungsgraben” zu der der Unternehmer Heinz H. Meermann anlässlich des 75. Geburtstags von Womacka einen Katalog sponsort, wird unter anderem das bekannte Gemälde „Am Strand“ präsentiert.

 

 

 

2001 reist Womacka nach Norwegen und Spanien

2002 findet eine große Ausstellung mit über 200 Arbeiten in Womackas Heimatstadt Most (Brüx) statt.

2003 steht Womacka erneut im Mittelpunkt einer Dokumentation. Sabine Skupin dreht im Auftrag des MDR einen Dokumentarfilm über das Leben und Schaffen Walter Womackas.

2004 wird die Autobiografie “Farbe bekennen – Erinnerungen eines Malers” – im Verlag Das Neue Berlin veröffentlicht. Zeitgleich finden Ausstellungen im Städtischen Museum Eisenhüttenstadt (Arbeiten von 1943-1989) und Burg Beeskow (Bilder von 1989-2004) statt. Diesen schließt sich eine Ausstellung im Art Center Berlin Friedrichstraße an.

 

 

 

 

2005 arbeitet Womacka an Landschaftsbildern in Loddin. Im Verwaltungsgebäude von Vattenfall Europe in Cottbus findet eine Ausstellung von Ölbildern und Aquarellen Womackas statt. Der Bildfries am “Haus des Lehrers” am Berliner Alexanderplatz wurde umfangreich und aufwendig restauriert.

2005/06 Ausstellung zum 80. Geburtstag Womackas im “Palais am Festungsgraben” in Berlin-Mitte.

2007 wird der Freundeskreises Walter Womacka e.V. gegründet. Erstmals findet die Ausstellung “Bilder aus Studienreisen” in der Galerie im Palais statt in deren Rahmen ein Empfang des Botschafters von Ecuador stattfindet und drei Filmabende zum Leben und Werk Walter Womackas angeboten werden. Später im Jahr reist Womacka nach Zypern.

 

2008 wird die Ausstellung “Menschen und Meer” in der Galerie im „Palais am Festungsgraben“ eröffnet auf der auch Womackas wohl bekannteste Arbeit, das Gemälde “Am Strand” gezeigt wird.

2009 Ausstellung “Berliner Bilder” in der Galerie im „Palais am Festungsgraben“

Am 18. September 2010 stirbt Walter Womacka in Berlin und wird am 7. Oktober 2010 auf dem Zentralfriedhof in Friedrichsfelde beigesetzt.

 

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Laudatio von Dr. Peter Michel zur Verleihung des Menschenrechtspreises der GBM

Die Verhältnisse durchschaubar machen
Laudatio zur Verleihung des Menschenrechtspreises der GBM an Heidrun Hegewald, Willi Sitte und Walter Womacka am 10. Dezember 2009


Dr. Peter Michel, Berlin

Im Dezember 1937 richtete Thomas Mann – aus seinem schweizerischen Exil – eine Botschaft an amerikanische Künstler, die sich zu einem antifaschistischen Kongress zusammengefunden hatten. »Man hört sagen«, schrieb er, »der Künstler solle bei seinem Leisten bleiben und vergebe sich etwas, wenn er ›in die politische Arena hinabsteige‹, um sich an den Kämpfen des Tages zu beteiligen. Ich halte diesen Einwand für hinfällig eben in der Überzeugung, oder vielmehr in der klaren Erkenntnis von der Untrennbarkeit der Sphären des Menschlichen, mögen sie nun Kunst, Kultur oder Politik heißen.« (1) Diese »klare Erkenntnis« bestimmt auch das Verhältnis unserer Menschenrechtsorganisation zu zahlreichen Künstlern aller Bereiche; und der Entschluss, heute Prof. Willi Sitte, Heidrun Hegewald und Prof. Walter Womacka mit unserem Menschenrechtspreis zu ehren, hat in dieser Erkenntnis seine Grundlage.

Alle drei sind als Maler und Graphiker ihr ganzes bisheriges Leben lang untrennbar mit dem verbunden, was sie an Widersprüchen, Schönheiten, Schändlichkeiten und Leidenschaften in ihrem großen und kleinen Umfeld umgab und umgibt. Künstlerisches und gesellschaftliches Engagement sind bei ihnen auf selbstverständliche Weise eins. Das hat seine Ursachen in den Biografien.

Krieg und Nachkrieg prägten ihr Leben entscheidend. Heidrun Hegewald erlebte als Kind im Flammeninferno Dresdens, wie ihr heimatliches Haus in Schutt und Asche sank. Walter Womacka und Willi Sitte wurden in Naziuniformen gepresst und verloren durch die unermessliche Schuld des faschistischen Deutschland ihre böhmische Heimat. Für Walter Womacka endeten der Krieg in amerikanischer Gefangenschaft und der Nachkrieg mit der Entscheidung, aus Braunschweig in die gerade gegründete Deutsche Demokratische Republik überzusiedeln. Willi Sitte kämpfte in Italien an der Seite der Partisanen; auch er entscheid sich für ein Leben im Osten Deutschlands.

Alle drei beeinflussten mit ihrer Kunst in starkem Maße das spezifische Erscheinungsbild der »anderen Moderne« in der DDR und nach 1990 in Ostdeutschland. Ja, wir sind so frei, den Terminus der Moderne für uns zu besetzen, so wie das unser Freund Prof. Peter H. Feist bereits vor einigen Jahren praktizierte, und ihn nicht jenen zu überlassen, die heute mit höchstem Aufwand Gleichgültigkeiten empormanipulieren. Und wenn von Avantgarde die Rede ist, so steht das Werk dieser drei Künstler paradigmatisch für den eigentlichen Inhalt dieses Begriffs.

Alle drei leiden nicht an dünkelhaftem Hochmut dem Betrachter gegenüber; sie suchen den Dialog mit ihm und nehmen ihn ernst; sie entfernen sich nicht von ihm, bauen auch auf seine Erfahrungen und fordern ihn.

Alle drei erlebten Demütigungen: Heidrun Hegewald mit der Nichtachtung ihrer künstlerischen Arbeit durch selbsternannte Kunstrichter, durch den Verlust ihres in vielen Jahren mühevoll den eigenen Bedürfnissen angepassten Ateliers, durch den Zwang, heute auf andere Weise ihren Lebensunterhalt zu verdienen, Walter Womacka durch die Zerstörung seiner besten Wandbilder beim Abriss des Außenministeriums der DDR oder durch das schließliche Verweigern seiner Eintragung ins Goldene Buch Eisenhüttenstadts durch den inzwischen abgewählten Bürgermeister – und Willi Sitte durch die unsäglichen Vorgänge um seine langfristig geplante und schließlich verbotene Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Von allen drei Künstlern wurden in Dresden und andernorts nach dem November 1989 Werke aus den Präsentationen der Galerien entfernt und in die Depots verbannt. Das sind Schandflecke, die so schnell nicht von der polierten Oberfläche der deutschen Kulturnation zu beseitigen sind.

Doch es gibt auch die unübersehbaren Zeichen herzlicher, achtungsvoller Verbundenheit und aktiver Solidarität. Walter Womacka erfährt sie durch das Wirken seines Freundeskreises und die erfolgreichen Mühen von Kulturverantwortlichen in Berlin-Mitte und Eisenhüttenstadt, seine baugebundenen Werke zu restaurieren und unter Denkmalschutz zu stellen. Heidrun Hegewald hat in unserem Freundeskreis »Kunst aus der DDR«, im ANTIEISZEITKOMITEE, in der Rosa-Luxemburg-Stiftung und im Berliner Kulturverein »Helle Panke« Partner, die ihr Werk präsentieren und verbreiten helfen, nicht nur ihre Bilder, sondern auch die klugen, anspruchsvollen Texte, mit denen sie in den vergangenen zwanzig Jahren verstärkt in die Öffentlichkeit trat. Willi Sittes Werk fand in der neuen Merseburger Galerie eine Heimstatt. Stiftungsrat, Stadt und weitere Partner leisteten bei der Einrichtung eine hervorragende Arbeit, und das tun sie auch heute. Als diese Galerie eingeweiht wurde, warnten Ministerpräsident Böhmer und Exbundeskanzler Schröder davor, die Arbeit von Künstlern mit der billigen tagespolitischen Elle zu messen. Solcherart Vernunft ist nötig, um die viel beschworene innere Einheit der Deutschen zu entwickeln, von der wir noch so weit entfernt sind; doch diese Mahnung vergessen auch die gegenwärtig Mächtigen immer mehr.

Der Aachener Kunstmäzen Peter Ludwig schrieb am 2. Juni 1990 an Walter Womacka: »Bleiben Sie, wie Sie sind!« Alle drei sind sich treu geblieben. Sie haben ihre Biografien nie verbogen. Sie ließen sich ihre Würde nicht nehmen, denn alles, was sie seit ihrer Kindheit bis heute erlebten und erkannten, sitzt viel zu tief und fest in ihnen.

Alle drei meldeten sich – nicht nur mit ihren Bildern, sondern auch in öffentlichen Auseinandersetzungen und in ihren Publikationen – politisch mutig zu Wort; Heidrun Hegewald z.B. in ihrem Buch »Frau K. Die zwei Arten zu erbleichen«, in ihrem Hörbuch »Land – dreimal anderes« oder in zahlreichen Beiträgen in Zeitschriften und anderen Medien, Walter Womacka und Willi Sitte u. a. in ihren Autobiografien »Farbe bekennen« und »Farben und Folgen«.

Was sie eint, ist ihre Haltung. Was sie unterscheidet, ist ihre künstlerische Sprache. Für jeden ist sie unverkennbar. Doch auch sie hat ein Gemeinsames, das bei allem Eigensinn als Fundament unerschütterlich ist: Es ist die Entscheidung für einen reichen, differenzierten Realismus, in dem der Mensch im Mittelpunkt steht – in der Gänze seines Lebens und Erlebens, seines Glücks und seines Schmerzes. Alle drei machen mit ihrer Kunst Menschen, Dinge und Verhältnisse durchschaubarer, verdeutlichen Ursachen und Hintergründe. Alle drei begreifen Gegenwart und Zukunft aus der Geschichte. Ihre Werke sind dem Menschen gemäß und seinen grundlegenden Rechten. Zugleich sind sie Fortsetzung kunstgeschichtlicher Tradition. Willi Sitte, Heidrun Hegewald und Walter Womacka fragen nach ihren Wurzeln und leugnen sie nicht. Sie spielen das Spiel nicht mit, nach dessen Regeln angeblich stets das Neue das Bessere ist, um marktkompatibel zu sein. Heidrun Hegewald entdeckte mit ihrer ganz eigenständigen Kunst den Geist der Käthe Kollwitz durch sich selbst. Willi Sittes Werk entstand stets im Dialog mit den Großen der Kunstgeschichte bis hin zur Klassischen Moderne. Das ist bei Walter Womacka ganz ähnlich; zu seinen vielen imaginären Gesprächspartnern gehören Pablo Picasso, Diego Rivera und David Alfaro Siqueiros.

Als wir im Januar dieses Jahres eine Personalausstellung Willi Sittes in unserer Galerie in der Berliner Weitlingstraße eröffneten, bezeichnete ich sein großes, mehrteiliges Gemälde »Jeder Mensch hat das Recht auf Leben und Freiheit« als ein Programmbild unserer Menschenrechtsorganisation. Er malte es nach dem Ende des Vietnamkrieges und nach dem blutigen Putsch Pinochets in Chile, aber er schlug einen weiten Bogen in Geschichte und Gegenwart, um Menschenrechte einzuklagen und ihren Missbrauch anzuprangern. Dafür nutzte er die sakrale Pathosform des Triptychons und seine Erfahrungen in der Simultanmalerei. Auf der Mitteltafel wird ein Vietnamese – mit verbundenen Augen an ein Kreuz gebunden wie an einen Pfahl – zum Gleichnis für ein geschundenes Volk. Er hängt weit nach vorn und ringt mit dem Tod. Doch die innere Spannung seines Körpers macht ihn zum Symbol kraftvollen Widerstands. Die abwehrende Geste eines abgeschossenen US-amerikanischen Piloten, der mit gekreuzten Armen die Augen vor seiner Schuld, vor seinem Verbrechen verschließt, wirkt hilflos. Sein Mordwerkzeug ist zerstört. Die Bildtafel brennt in den Farben des Infernos, und diese flammenden Farben wirken in die anderen Bildtafeln hinein. Hinweise auf die Anklagebank der Nürnberger Prozesse, auf die zerschlagene Gitarre Victor Jaras, auf Menschenversuche und Folter, auf die Zerstörung kultureller Werte provozieren auf der linken Seitentafel die ganz aktuelle Forderung nach der Notwendigkeit von Kriegsverbrechertribunalen nach dem NATO-Überfall auf Jugoslawien, nach massenhaften »Kollateralschäden« – auch in Afghanistan heute, wo erst vor wenigen Wochen, am 4. September, in der Nähe von Kundus Zivilisten, darunter viele Frauen und Kinder, auf Anforderung eines deutschen Oberst von Bomben zerfetzt wurden und verbrannten. Im unteren Teil der rechten Tafel quillt aus dem Leib eines umgestürzten Trojanischen Pferdes sein todbringender Inhalt. »Friedensmission« nannte sich der Mord an friedlichen Menschen bei der Bombardierung der Brücke von Varvarin. Die Predella beschwört noch einmal das grausige Ende des deutschen Faschismus. Das Bild erzwingt Gedankenketten, wie sie uns ständig beschäftigen. Es ist heute so zeitgemäß wie damals.

Ein ebensolches Programmbild schuf Walter Womacka. Hier wird weniger assoziiert, doch mit gleicher Wucht angeklagt. Es zeigt eine Beweinungsszene mit einem direkten Bezug auf die Ereignisse des Aggressionskrieges in Jugoslawien. Ermordete liegen im Vordergrund, davor eine trauernde, verzweifelte Frau, im Hintergrund die Szene eines Massakers vor brennenden Ruinen. Groß und bildbestimmend drängt sich als ein Gegenstück zum erschreckenden Bildinhalt eine blaue, in Schönheit gemalte Rose hervor. Die blaue Blume ist das Zeichen der Dichtung im Roman »Heinrich von Ofterdingen« von Novalis; sie wurde seit Beginn des 19. Jahrhunderts zum Symbol der romantischen Poesie und ihrer auf das Unendliche gerichteten Sehnsucht. Diese bildnerische, ganz und gar unkriegerische Metapher steht im Fadenkreuz eines elektronisch geführten Krieges. Ihr droht Vernichtung, wenn sie nicht geschützt wird. Für die Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde wurde sie zum sinnstiftenden Zeichen.

»Kassandra sieht ein Schlangenei« nannte Heidrun Hegewald ihr eindringliches Gemälde. Um den tiefen, menschenbezogenen Sinn des Dargestellten zu ergründen, ist unser Wissen über antike und christliche Mythologie ebenso gefragt wie unsere Fähigkeit, die Symbolik ganz gegenwärtiger Dinge zu erfassen. Von den Siebziger- bis zum Ende der Achtzigerjahre des 20. Jahrhunderts tauchte die tragische Frauengestalt Kassandra in den Künsten der DDR, nach Heidrun Hegewald auch bei Christa Wolf,  immer wieder auf – als Warnerin vor einer nuklearen Katastrophe, als Mahnerin, die offensichtlichen Widersprüche der eigenen Entwicklung bei Strafe des Untergangs nicht zu überdecken. In der Überlieferung konnte Kassandra Künftiges richtig voraussagen, doch niemand glaubte ihr. Dieses Bild, 1981 entstanden, ist ein Appell gegen immanenten und aufkommenden Faschismus, gegen die Vision eines totalen Weltenbrandes, ist eine ästhetische und intellektuelle Provokation. In einem fahlen, verheißungsvollen Licht erkennt man den Hurraschrei eines Glatzköpfigen, das gläubige, faszinierte Aufblicken einer Schwangeren. Stärker farbig akzentuiert, kleinwüchsig, flachköpfig, ledergeschnürt, die Augen unter einer SA-Mütze verborgen, trägt ein eigenartiges Mischwesen aus Mann und Frau mit dem Gesicht eines Hitler ein Schlangenei ins Bild. Noch zwängt sich die Schlange in die zum Zerreißen gespannte, durchsichtige Haut. Bald wird sie Unheil verbreiten und mit hypnotischer Energie Doppelzüngigkeit und Hinterlist in die Welt bringen. Ihr giftiger Biss wird die Menschen willenlos machen und ihr kritisches Denken lähmen. Niemand erkennt die Gefahr. Der Schrei der Kassandra verhallt ungehört. Der Massenwahnsinn ist stärker als die Weissagung der künftigen Katastrophe. Kassandra weiß um die Nutzlosigkeit ihres Tuns, doch sie kann nicht anders; sie muss ihrer Verantwortung gerecht werden. Mit einer Schutzgeste verhindert sie, dass das Kind auf ihrem Arm das Verderben bringende Schlangenei wahrnimmt. Es hält in der Hand einen Papierkranich, wie ihn das japanische Mädchen Sadako Sasaki hundertfach faltete, bevor es an den Folgen der Atombombenabwürfe starb. Diese Malerei ist anschauliches Denken; erwartet wird, dass der Betrachter solcherart Herausforderung annimmt. Ästhetisches und Ethisches konkretisieren sich im Bild als weltanschauliches Bekenntnis.

In den Fünfzigerjahren zeichnete und malte Willi Sitte u. a. an einer Bildfolge, die die Verbrechen der deutschen Wehrmacht in der tschechischen Gemeinde Lidice und andernorts zum Inhalt hatte. Mit dem Gemälde »Massaker II« und anderen Werken arbeitete er sich an diesen komplexen Stoff heran. Er war damals in einer für ihn wichtigen Phase der Auseinandersetzung mit dem Gedanken- und Formenreichtum der Kunst Pablo Picassos, Renato Guttusos und der italienischen Realismo-Bewegung. Das war für ihn kein formaler Akt, sondern eine Frage der Haltung, die ihm in den Jahren der Formalismus-Diskussion viel Ärger einbrachte, den heute niemand mehr versteht. Wie Picasso sein großes »Guernica«-Bild so und nicht anders malte, weil das grausige Geschehen ebendiese Form verlangte, so kam auch Willi Sitte zu bildnerischen Entscheidungen, die wie kaum andere in seiner Zeit geeignet waren, über Betroffenheit hinaus zu wirken. Er studierte sehr genau die Dokumente und fand eine komplexe, streng und spannungsvoll formulierte künstlerische Sprache, die uns auch jetzt tief berührt und uns auffordert, solche Verbrechen nie wieder zuzulassen.

Walter Womackas Gemälde »Verwundeter Stier« existiert in mehreren Varianten. In dieser Fassung von 1997 wird die ganze Tragweite des gesellschaftlichen Umbruchs von 1989/90 unmittelbar erlebbar. Eine zerfetzte Zeitung mit einem Foto Gorbatschows ist zu sehen, in einer wild bewegten Zuschauermenge das Porträt Che Guevaras, eine Coca-Cola-Werbung, der Tanz um das Goldene Kalb, Zeichen der Vermarktung von Liebe und Sexualität, eine Gruppe bewaffneter Polizisten. Im Zentrum aber drängt sich keilförmig ein Stier unserer Blickrichtung entgegen. Er kämpft nicht mehr und gibt sein Leben auf. Noch steht er. Unter den Banderillas strömt Blut aus seinem Nacken. Maul und Nüstern triefen. Die Muleta reizt ihn nicht mehr. Der Tod wird ihm zur Erlösung. Schwer und schwarz wartet er auf den Degen, den ihm der Espada frontal zwischen die Schulterblätter stoßen wird. Die gesichtslose Masse hinter der sicheren Bande tobt. Aus der Erinnerung steigt wieder Picassos »Guernica« auf. Dort erhebt sich ein Stier wie ein schützender Fels über einer verzweifelt schreienden Mutter, in deren Händen ein totes Kind hängt. Seit 1937 hat der Stier seine vorwiegend mythische Bedeutung erweitert. Er wurde zum Topos für ein verletztes, aber nicht erniedrigtes Volk. Und Walter Womacka griff genau 60 Jahre später erneut zu diesem Zeichen. Ein solch sorgenvoller, bis zur Bitternis reichender Grundton liegt über vielen Arbeiten, die er in den letzten beiden Jahrzehnten schuf. Jene, die ihn als Schönmaler abwerten wollen, sollten genauer hinsehen. Vieles weist nun stärker in ein Erschrecken, in Nachdenklichkeit über Gefährdungen, über das Scheitern von Hoffnungen und in direkte, für wache Sinne entschlüsselbare Warnungen.

Es war ein Grundzug der in der DDR entstandenen Kunst, dass als Teil ihres Traditionsbewusstseins immer wieder Bezug genommen wurde auf die christliche Ikonographie. »Die Mutter mit dem Kinde« von Heidrun Hegewald ist ein Beispiel dafür. Ein Madonnen-Motiv und das Kreuz bestimmen die Komposition. Mit einer unendlich zarten Behütungsgeste trägt sie das soeben Geborene, dessen Hülle noch anmutet wie der Rest einer Fruchtblase. Ihr Blick ist voller Misstrauen. Das Mutter-Kind-Motiv wird vom Kreuz durchdrungen. Seine Symbolik ist ambivalent. Als Fensterkreuz wäre es ein Zeichen für innen und außen, für Geborgenheit und erhofften Schutz vor Bedrohung; als Fadenkreuz ist es ein direkter Hinweis auf unmittelbar bevorstehenden Mord. Beide Sinngebungen sind gemeint. Ein gleißendes Licht streift die Baumgruppe und trifft das Kind. Aus dem Himmel dringt tief leuchtendes Rot und lässt die Frauengestalt im Feuerschein glühen. Diese Schönheit aber trügt. Erkennt man im feurigen Rot nicht nur die Abendstimmung, sondern das Unheil bringende Signal, wird auch die drängende kalkige Helle der Gegenseite vom möglichen Erlösungszeichen zur alles verschlingenden nuklearen Gefahr. Eines im Anderen, Hoffnung und Schrecken, bildgewordene Dialektik.

Solch dialektisches Denken prägt auch das Stillleben »Helm mit Lilien«, das Walter Womacka 1984 malte. Es setzt die Überlieferung der Vanitasbilder der Niederländer fort, in denen bestimmte Gegenstände zu Symbolen wurden. Hier stehen sich Zeichen des Todes – ein zerschossener, verrosteter Stahlhelm und der knöcherne Schädel eines Stiers – und des Lebens gegenüber. In der Volkssymbolik ist die Lilie nicht nur Zeichen für Reinheit, sondern auch für den bleichen Tod. Natürlich hatte Walter Womacka alles das im Hinterkopf, als er dieses Bild malte; zugleich lässt er uns an seiner Freude an meisterhaft komponierten Bildelementen teilnehmen. Die Botschaft heißt: Nie wieder Krieg! So ist es ein Beispiel dafür, wie Kunst aus Imaginationen entsteht, die uns alle fesseln und in die wir unser Wissen und unsere Erfahrungen einbringen.

In Heidrun Hegewalds Gesamtwerk ist unverfälschte, produktive Betroffenheit ständig präsent; sie ist nicht zur Floskel verkommen wie bei Politikern, die Betroffenheit zelebrieren, wenn es um Verbrechen an Juden, um Amokläufe oder besonders auffällige Opfer neofaschistischer Gewalt geht, und dann ihre Tagesordnung fortsetzen. Und wenn in dieser Hegewaldschen Rigorosität Verehrung und Huldigung aufscheinen – so wie in ihrem Rosa-Luxemburg-Bildnis -, so gehört auch das zu ihrem künstlerischen Credo. In einer Reflexion über dieses Bild schrieb sie, sie könne nur ihre eigene Rosa malen; jeder, der sie betrachte, müsse sich die Frage stellen, ob es auch seine Rosa sei. Nach allem, was wir von oder über Rosa Luxemburg wissen, kann man diese Frage nur bejahen. Das Bild hatte – durchaus vergleichbar z.B. mit dem, was Willi Sitte in den Fünfzigerjahren oder Walter Womacka nach der politischen Rückwende widerfuhr – ein bitteres Schicksal: Als Auftragswerk des Ministeriums für Kultur der DDR sollte es für die X. Kunstausstellung in Dresden geschaffen sein. Es fand aber keine Abnahme statt; das Bild wurde der Jury nicht vorgestellt und es landete schließlich im Depot des Staatlichen Museums Schwerin. Von dort holte ich es für meinen Teil der Berliner Kunstkritikerausstellung »Der eigene Blick«, die November/Dezember 1988 im Ephraim-Palais stattfand. So war es vor dem Ende der DDR wenigstens einmal öffentlich zu sehen. Dass es ängstlich verborgen werden sollte, hängt sicher damit zusammen, dass selbsternannte Bürgerrechtler das verkürzte Luxemburg-Zitat von der Freiheit, die stets die Freiheit des Andersdenkenden sei, für ihre Zwecke missbraucht hatten. Man sollte diesen Luxemburg-Kennern die Frage stellen, ob das Zitat heute noch gilt. Das Luxemburg-Bildnis Heidrun Hegewalds gehört geistig zu uns. Vielleicht kann es eines Tages das Schweriner Depot verlassen.

Nun schließt sich der Kreis. Ein Bild Willi Sittes soll uns noch einmal in seinen Bann ziehen. Es entstand als Studie zu seinem großen Bild »Mensch, Ritter, Tod und Teufel« und zeigt einen Geschundenen, von dem nur Kopf, Oberkörper und Oberarme zu sehen sind – schmerzvoll ins Bildformat gepresst. Ein Kreuz ist nicht vorhanden. Dennoch erkennt jeder sofort die Ikonographie des Gekreuzigten. Ein Haupt ohne Dornenkrone, doch mit zerschossener Zielscheibe auf der Stirn hängt dem Betrachter entgegen, schwer wie der blutverkrustete Körper, den es in die Tiefe zieht. Auch die verdeckten, ausgelöschten Augen sind nach unten gerichtet; sie können nicht mehr – Erlösung suchend – nach oben blicken. Der Mund des Sterbenden ist halb geöffnet; die Unterlippe hängt herunter. Heftige, vibrierende, bis ins Tachistische gesteigerte Pinselhiebe sind Ausdruck höchster Dramatik, unerträglicher Schmerzen. Dieses Bild des Todes nutzt das zwei Jahrtausende alte »ecce homo« (Siehe, ein Mensch!) als universales Zeichen. Mancher wird es in religiöser Denkart als modernen Kruzifixus verstehen; anderen kann es ein Memento für verübte Gräuel sein. Das eine schließt das andere nicht aus. Immer aber ist dieses Bild die Darstellung eines Menschen, an dem sich Unmenschlichkeit austobt.

Ständig werfen alle drei Künstler in ihren Werken Fragen auf – an sich selbst und an uns: Fragen nach den Ursachen von Verbrechen, Fragen nach dem Glück, hartnäckig wiederholt gegen substanzlose Glücksverheißungen der Gegenwart, nach der Verantwortung für sich und andere, nach dem ehrlichen Umgang mit uns selbst. Solche Fragen sind unverzichtbarer Teil dessen, was ihre Kunstwirkung ausmacht, nicht mehr und nicht weniger. Für jeden von ihnen

ist die künstlerische Form als kultiviertes Handwerk das Maß und der Wert, mit dem ein großes Anliegen transportiert wird, ist sie Ausdruck des ganz Persönlichen, des im ureigensten Sinne Menschlichen, das schließlich Liebe heißt. Und hier beginnt für uns, die wir eine gemeinsame Geschichte haben, die Suche nach Werten, die künstlerischer Arbeit – und nicht nur ihr – in der unmittelbaren Gegenwart gemäß sind. Schiller stellte, als er 1795 die »Briefe über die ästhetische Erziehung des Menschen« schrieb, dieselbe Frage: »Wie verwahrt sich aber der Künstler vor den Verderbnissen seiner Zeit, die ihn von allen Seiten umfangen? Wenn er ihr Urteil verachtet. Er blicke aufwärts nach seiner Würde und dem Gesetz …; er aber strebe, aus dem Bunde des Möglichen mit dem Notwendigen das Ideal zu erzeugen …, präge es aus in allen sinnlichen und geistigen Formen und werfe es schweigend in die unendliche Zeit.«

Mit der heutigen Verleihung unseres Menschenrechtspreises möchten wir Euch, liebe Heidrun, lieber Walter und lieber Willi, zugleich ehren und Euch Dank sagen; Dank für Euer bisheriges Lebenswerk, Dank für Eure enge Verbundenheit mit unserer Gesellschaft und mit allen, die ihr nahe stehen, Dank für Euer künstlerisches und publizistisches Wirken für die Menschenrechte. Unser Dank gilt ebenso Euren Lebenspartnern, die Euch uneigennützig zur Seite stehen, und allen, die mit Eurem Werk engagiert verbunden sind.

Wir lieben und achten Eure Arbeit, weil wir sie brauchen in dieser Zeit.

(1) Thomas Mann: Tagebücher 1937-1939, hrsg. von Peter de Mendelssohn, S. Fischer Verlag GmbH, Frankfurt am Main 1980, S. 868

Ausstellungseröffnung in Kölpinsee, Usedom

Der Freundeskreis Walter Womacka und das Strandhotel “Seerose” laden Sie herzlich zur Eröffnung der Ausstellung ”Walter Womacka – Uns bleiben seine Bilder” am Sonnabend, den 15. Oktober 2011 um 15 Uhr im Strandhotel “Seerose” im Kölpinsee, Usedom, ein. Read more »

Interview mit Walter Womacka anlässlich der 10. Weltfestspiele (Junge Welt, 1972)

Herr Professor Womacka, Sie sind Leiter des künstlerischen Leitkollektivs für die Ausgestaltung der X. Weltfestspiele. Worin besteht das Hauptziel bei der Ausschmückung Berlins? Wir wollen eine Atmosphäre schaffen und vermitteln, die das zentrale Leitmotiv des Festivals „Für antiimperialistische Solidarität, Frieden und Freundschaft” emotional zum Ausdruck bringt. Die Gestaltung soll das politische Anliegen und die jugendlich-optimistische Atmosphäre des Festivals unterstreichen und in Verbindung mit dem neuen Gesicht der Hauptstadt unsere sozia­listische Gesellschaft repräsentieren.

Wir hörten, daß einige Ihrer auslän­dischen Kollegen einen Festivalbeitrag liefern werden …
Das ist richtig. Wir haben ausländische Kollegen gebeten, sich mit einem Kunstwerk an der Ausgestal­tung zu beteiligen. Dieser Aufforde­rung sind sowjetische Kollegen gefolgt, ebenso die Franzosen Jaan Eflel, Jean Picard le Doux, der Italiener Renato Gutuso und auch der mexikanische Maler David Alfaro Siqueros. Ihre Arbeiten, die die DEWAG sorgfältig auf Großflächen überträgt, werden zum Festival in den Straßen Berlins zu sehen sein.

Wer gehört eigentlich zum Leitkollektiv? Der Grafiker Axel Bertram, der Architekt Lutz Brandt, die Maler und Grafiker Dietrich Kaufmann und Heinrich Tessmer, der Grafiker und künstlerische Leiter der DEWAG-Werbung Berlin Rolf Walter, Karl Chemnitz, Leiter der Abteilung Stadtausgestaltung des Org.-Komitees, Günter Schmahl als Sekretär und ich.

Welchen Anteil haben die künstlerischen Hoch- und Fachschulen der DDR bei der Ausgestaltung? Sie sind alle aktiv einbezogen. So ist zum Beispiel die Fachschule für Werbung und Gestaltung in Oberschöneweide für die Gestaltung aller Drucksachen, die zu den Weltfestspielen herausgegeben werden, verantwortlich und wirkt darüber hinaus bei der Gestaltung im Bereich Handel mit. Die Dresdner Studenten übernahmen die Ausgestaltung des internationalen Karnevals. Unsere Kunsthochschule in Weißensee gestaltet den Klub junger Künstler, entwickelte eine Kollektion Festivaltücher und hat für das Fest des internationalen Liedes und des Tanzes die Ausgestaltung übernommen.

Sind die Hausgemeinschaften in Ihre Arbeit mit einbezogen? Diese Frage müsste eigentlich am Anfang stehen, denn die geschmückte Hauptstadt wird in erster Linie das Ergebnis der vielfältigen Ideen und Initiativen der Hausgemeinschaften, der Betriebe und der Institutionen sein. Einiges ist ja jetzt schon spürbar. Wir helfen allen bei der Umsetzung ihrer Ideen und die DEWAG unterstützt diese Arbeit mit einer Vielzahl von preiswerten Gestaltungsmitteln.

Wie entstanden Ihre Ideen? Sie kommen natürlich nicht aus heiterem Himmel. Grundlage waren für uns die Beschlüsse des IVK, der Funktionärkonferenz der FDJ und weiterer Tagungen. Im Kollektiv haben wir alles erstritten und ausgearbeitet und natürlich die Erfahrungswerte vorangegangener Festi­vals und Treffen beachtet. Nicht jede aus dem Schwung entstandene überschäumende Idee konnte dabei allerdings verwirklicht werden.

Waren Sie 1951 bei den III. Weltfestspielen dabei? Ja. Und sogar als Delegierter. Ich war damals Student und hatte für mein Bild „Demonstration in Westdeutschland” einen Preis bekommen. Außerdem war ich auch bei den Festivals in Warschau, Moskau und Wien dabei.

Finden Sie momentan noch Zeit für Ihre künstlerische und Lehrtätigkeit? In der Tat ist mein Terminkalender ziemlich prall gefüllt, und so bleibt mir nichts anderes übrig, als meine Zeit hundertprozentig auszunutzen. Schwer ist das in sofern, weil ich auch gerade eine Ausstellung vorbereite.

Eine Ausstellung? Ja, ich bereite eine große Ausstellung am Fuße des Fernsehturms unter dem Titel „Walter Womacka — Malerei, Grafik und baugebundene Kunst” vor, die einen Überblick über mein gesamtes Schaffen gibt. Sie wird am 22. Mai eröffnet und bis zum 20. Juni zu sehen sein. Für die Weltfestspiele direkt habe ich ein Poster und Plakate entworfen, und ich habe noch weitere Projekte in Arbeit.

Werden Sie die Weltfestspiele künstlerisch umsetzen? Ich hoffe, dieses Festival wird mir genügend Arbeitsstoff geben. Ich hoffe es deshalb, weil es mir trotz jahrelanger Bemühungen nicht gelungen ist, das Festival von 1951 zu gestalten.

Das Gespräch führte Klaus Feuerherm.

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Mitgliederversammlung 2009

Am 15. April 2009 fand die diesjährige Mitgliederversammlung des Freundskreises Walter Womacka e.V. statt.

In seiner Rede bekräftigte der Vorsitzende Andre Eckardt, dass ein Hauptanliegen des Freundeskreises in der Erhaltung der baugebundenen Arbeiten von Prof. Walter Womacka besteht. Nachfolgend können Sie daher den entsprechenden Abschnitt seiner Rede nachlesen.

Ein Hauptanliegen unseres Freundeskreises sehen wir auch in der Erhaltung der baugebundenen Arbeiten von Walter Womacka. Nicht alle Werke wie der Fries am Haus des Lehrers und der Brunnen auf dem Alexanderplatz sind denkmalgeschützt oder werden so liebevoll behütet wie die Arbeiten in Eisenhüttenstadt. Mit der Zerstörung der Wandbilder Walter Womackas im ehemaligen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten der DDR wurden einmalige Arbeiten der deutschen Kunstgeschichte zerstört. Wir finden, das darf sich nicht noch einmal wiederholen!

Unser Mitglied Mathias Glaesmer hat sich bereit erklärt, uns hinsichtlich diesem Punkt tatkräftig aktiv zu unterstützen und unsere Aktivitäten bei den baugebundenen Arbeiten zu koordinieren. Das 1968 fertig gestellte und 15 x 6 große Wandbild ist aufgrund des geplanten Abrisses des Gebäudes 2010 bzw. 2011 massiv gefährdet. Im März 2009 fragten wir daher beim Bundesamt für Immobilienaufgaben an, welche Maßnahmen zur Sicherung des Wandbildes getroffen werden. Bislang ohne Antwort, doch wir bleiben hier natürlich hartnäckig am Ball.Eine positive Reaktion erhielten wir aus Oberhof. Hier hatte Walter Womacka 1971 die Gestaltung eines Wandbildes am Hotel Rennsteig übernommen. Das 25 x 5 m große Bild mit dem Titel „Die vier Jahreszeiten” wurde beim Abriss des Hotels im Jahr 1995 eingelagert. Auf mehrere Anfragen unseres Freundeskreises im letzten Jahr zum Verbleib des Bildes erhielten wir lange Zeit keine Antwort. Nun erhielten wir einen Brief des Bürgermeisters, der uns Hoffnung dazu gibt, dass das Bild in der Zukunft wieder einen Platz im Stadtbild finden wird.

Weniger Zuversicht geben uns die Nachrichten zum Gästehaus in Pankow. Das dortige Gästehaus der DDR-Regierung 1968 erbaut. Walter Womacka entwarf ein Keramikwandbild an der Gartenfassade, am überdachten Hauseingang ist sein Wandbild “Tauben und Weltkugel” zu finden. Im Treppenflur übernahm er den Entwurf eines Glasfensters.

Das Gästehaus war bis 1995 ein Hotel, seitdem verfällt es. Sein Eigentümer, ein Unternehmer aus Werder (Havel) hatte das Gebäude 2006 von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft. Er wollte das Gästehaus zum Hotel umbauen, auf dem 13 000 Quadratmeter großen Gelände sollten noch zwei Häuser entstehen. Aus den Plänen ist nichts geworden, der Eigentümer gibt dem Denkmalschutzes schuld. 2007 wollte er das Gästehaus verkaufen, doch niemand wollte es haben. Nun verfällt es. Das Glasfenster von Walter Womacka ist nahezu vollständig zerstört, das Wandbild ist beschmiert, die gesamte Inneneinrichtung wurde zerstört.

Mehrmals hat das Denkmalamt den Eigentümer aufgefordert, das Gebäude vor weiteren Zerstörungen zu schützen. Metallplatten hängen an Fenstern und Türen im Erdgeschoss, ins Haus gelangt man trotzdem. Doch mehr als mahnen kann die Behörde offenbar nicht. Und so bleibt unklar, was aus dem Gästehaus wird. Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten will es nicht haben. Das Gebäude gehöre nicht zum Schloss, das gerade mit einem Millionenaufwand restauriert wurde. Denkmalschützer befürchten, dass das Haus so lange verfällt, bis es abgerissen werden kann. Schließlich ließe sich Bauland am Schlosspark und in der Villensiedlung am Majakowskiring zu hohen Preisen verkaufen.

Bereits in einem Schreiben vom 14. August 2008 mahnte unser Freundeskreis beim Bezirksstadtrat Dr. Nelken an, dass das Gebäude unzureichend gesichert ist und erhebliche Unfallgefahr bestehe. Insbesondere die Zerstörung des Fensters von Walter Womacka und die Beschmierungen des Wandbildes im Hof wurden aufs äußerste verurteilt. Das Antwortschreiben vom 3. September 2008 kommt einer Kapitulation der öffentlichen Hand gleich. Es schließt mit dem Satz „…Aber berücksichtigen Sie auch, dass eine Behörde Vandalismus und kriminelle Energie nicht verhindern kann”.

Wer, wenn Behörden sollen dies nicht tun? Da wir bei dem Gebäude mit dem schlimmsten rechnen müssen, gilt unser Bestreben nun der Rettung der 2 verbliebenen Arbeiten Walter Womackas am und im Objekt.

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Mitgliederversammlung 2008

Der Freundeskreis Walter Womacka e.V. traf sich am 19. Februar 2008 zu seiner Mitgliederversammlung im Gebäude der „esmt European School of Management and Technology“ in Berlin.

Im Bericht des Vorstandes konnten erste Arbeitsergebnisse benannt werden. Hierzu zählen die Unterstützung der Ausstellung „Bilder aus Studienreisen“ im Palais am Festungsgraben mit über 3.000 Besuchern, drei erfolgreiche Filmabende zum Leben und Schaffen Walter Womackas und mehrere Gesprächsrunden mit dem Künstler.

Zu den Schwerpunkten im Jahr 2008 gehören die Unterstützung der Ausstellung „Menschen und Meer“ im Palais am Festungsgraben (Vernissage am 7. Oktober 2008), eine Womacka-Führung zum Tag des offenen Denkmals in Berlin-Mitte und die Mitwirkung bei einer Reihe von Lesungen, Signier- und  Diskussionsrunden des Künstlers. Weiterhin ist geplant, die Arbeiten am Werkverzeichnis  fortzuführen und ein elektronisches Pressearchiv einzurichten.

Die Mitgliederversammlung beschloss, sein Mitglied Prof. Peter H. Feist für seine großen Verdienste auf dem Gebiet der bildenden Kunst und seine Unterstützung der Anliegen des Freundeskreises schon vor dessen Gründung, verbunden mit seinem bevorstehenden 80. Geburtstag am 28. Juli 2008, zum Ehrenmitglied zu ernennen.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung führte eine Mitarbeiterin der emst die Mitglieder des Freundeskreises durch das Haus. Vor dem von Walter Womacka gestalteten Glasfenster im Treppenhaus des ehemaligen Amtssitzes des Staatsrates der DDR kam es zu einer regen Gesprächsrunde mit dem Künstler.

 

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Unser Jahr 2009

Auch 2009 erwarteten uns neue Herausforderungen. Immer noch droht mehreren baugebundenen Arbeiten von Walter Womacka der Abriss und wir wurden nicht müde, alle Instanzen zur Rettung aufzurufen. Gerade unsere Führung zum Tag des offenen Denkmals zeigte wieder einmal, dass das Interesse hieran ungebrochen ist. Mit unserer kleinen Ausstellung im Helios-Klinikum Berlin-Buch bestritten wir Neuland hinsichtlich der Organisation einer Ausstellung außerhalb einer Galerie. Die positive Resonanz aller Beteiligten gibt uns auch hier neuen Antrieb!

19. Februar 2009 | Filmabend
Helle Panke e.V. und der Freundeskreis Walter Womacka e.V. luden am 19.02.2009 zum Walter Womacka – Filmabend ein. Gezeigt wurden drei Dokumentarfilme über das Schaffen und Leben  Prof. Walter Womackas.

15. April 2009 | 2. Mitgliederversammlung
Am 15. April 2009 kamen auf unserer diesjährigen Mitgliederversammlung 24 Mitglieder zusammen, um über das vergangene Kalenderjahr Bilanz zu ziehen. In seiner Rede betonte der Vorsitzende Andre Eckardt, dass ein Hauptanliegen des Freundeskreises in der Erhaltung der baugebundenen Arbeiten von Prof. Walter Womacka besteht. Auch wurde eine neue Beitragsordnung beschlossen. Mitglieder zahlen weiterhin 30,00 EUR, Schüler, Studenten und Auszubildende jedoch nur noch 10,00 EUR pro Jahr. Frau Bärbel Böhme, Mitbegründerin unseres Freundeskreises, wurde einstimmig posthum als Ehrenmitglied gewählt. Weiterlesen »»

8. Mai 2009 | Heute vor 50 Jahren
Auf Vorschlag Oskar Nerlingers wurde Walter Womacka 1955 als Berater bei der Ausgestaltung von Stalinstadt (heute Eisenhüttenstadt) mit Werken baugebundener Kunst verpflichtet. Er selbst beteiligte sich an der Ausgestaltung mit einem Glasfenster in einer Kinderkrippe, einem Wandbild an der Magistrale und dem Mosaik im Rathaus. Das DEFA-Studio für Populärwissenschaftliche Filme drehte hierüber den Film Bild aus hunderttausend Steinen, der am 08. Mai 1959 erstmals aufgeführt wurde.

Mai 2009 | Ausstellung im HELIOS-Klinikum Berlin
Unser Freundeskreis unterstützte Anfang Mai 2009 die Vorbereitung einer Ausstellung in der Rössle-Galerie im HELIOS-Klinikum Berlin Buch. Im Rahmen der Ausstellung “Tierplastiken und Landschaftsmalerei” waren auch Arbeiten von Walter Womacka zu sehen.

13. Mai 2009 | Geburtstagsumzug
Pünktlich zum 2jährigen Geburtstag des Freundeskreises zog die Geschäftstelle in neue Räumlichkeiten um. Über 20 Mitglieder und Freunde nutzten die Gelegenheit, unsere neuen Räumlichkeiten im Rahmen einer kleinen Feier kennen zu lernen. Der Geburtstag des Freundeskreises könnte zukünftig regelmäßig Anlass für einen kleinen Umtrunk sein…

13./14. Juni | Pressefest Neues Deutschland
Bereits im 3. Jahr war unser Freundeskreis mit seinem Infostand auf dem ND-Pressefest vertreten. Für alle Mitglieder und Freunde gab es  Informationen zu unseren weiteren  Aktivitäten.

13. September 2009 | Tag des offenen Denkmals
Mit über 42 Teilnehmern war unsere Führung zum Denkmaltag so gefragt wie nie zuvor. Etwas getrübt wurde die Führung durch einen heftigen Wolkenbruch auf halber Strecke, dem aber der Großteil der TeilnehmerInnen trotzte. Als Ehrengast konnten wir Hans Bentzien begrüßen, der von 1961 bis 1965 Minister für Kultur war und viele baugebundenen Arbeiten in dieser Zeit unterstützte. Der diesjährige Denkmaltag stand unter dem Motto „Historische Orte des Genusses”. Kunst ist Genuss: Kunstgenuss. An optischen Genüssen hat Berlin hierbei auch zahlreiche baugebundene Arbeiten zu bieten. In Berlins Mitte sind die meisten von Prof. Walter Womacka. Noch, denn mindestens zwei von ihnen sind nicht denkmalgeschützt und bei einem Abriss droht ihnen die unwiderrufliche Zerstörung.

24. September 2009 | Infotag im HELIOS-Klinikum
Angeregt durch die Ausstellung “Tierplastiken und Landschaftsmalerei” organisierte unser Freundeskreis vom 12. September bis 1. Oktober 2009 eine Informationsausstellung zum Leben und Werk Walter Womackas im HELIOS-Klinikum Berlin-Buch. Am 24. September 2009 waren wir mit einem Infostand vor Ort. Zahlreiche Patienten, Ärzte und Besucher informierten sich über unsere Arbeit, erwarben Grafiken und kamen mit uns ins Gespräch. Walter Womacka war zu einer Signierstunde persönlich am Stand.

7. Oktober 2009 | Eröffnung der Ausstellung „Berliner Bilder“
Erstmals seit 1990 ist das Porträt von Berlins erstem Nachkriegs-Oberbürgermeister (1945/46) wieder öffentlich zu sehen. Dr. Arthur Werner und zwei seiner Nachfolger hingen bis zum Ende der DDR im Roten Rathaus und wurden dann ins Depot der heutigen Stiftung Stadtmuseum verbannt. Das Bild, 1987 von Walter Womacka geschaffen, ist Teil der Ausstellung „Berliner Bilder“ im Palais am Festungsgraben, die am Mittwoch, dem 7. Oktober um 17.00 Uhr, öffnet. Gezeigt werden Berlin-Bilder des namhaften Künstlers, dessen Werke zum prägenden Aushängeschild der Berliner Innenstadt gehören. So stammen von ihm der Fries am Haus des Lehrers, der Brunnen auf dem Alexanderplatz und das Kupferrelief am Haus des Reisens. Unverändert populär sind auch seine farbigen Fenster im einstigen Staatsratsgebäude am Schlossplatz (heute Privathochschule ESMT).

Dezember 2009 | Womacka erhält Menschenrechtspreis
Zusammen mit seinen Künstlerkollegen Heidrun Hegewald und Prof. Willi Sitte erhielt Prof. Walter Womacka den Menschenrechtspreis der Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde. Die Verleihung fand am internationalen Tag der Menschenrechte, am 10. Dezember 2009 um 11:00 Uhr im Münzbergsaal des ND-Gebäudes statt.
Die Laudatio von Dr. Peter Michel können Sie hier lesen »»
Zur Presseinformation »»

22. Dezember 2009 | Finissage „Berliner Bilder“
Mit über 3.000 Besuchern ist am 22. Dezember die Ausstellung “Berliner Bilder” zu Ende gegangen. In einer kurzen Ansprache verwies der Vorsitzende des Freundeskreises Andre Eckardt auf die Notwendigkeit, dass trotz allen Wandels und Umgestaltens in Berlin auch bestehende Architektur und baugebundene  Arbeiten erhalten werden müssen. Insbesondere verwies er auf Walter Womackas Wandbild “Der Mensch, Maß aller Dinge” am Bauministerium der DDR in der Breiten Straße. Das Bild soll 2010 zusammen mit dem Gebäude der Abrissbirne zum Opfer fallen. Auch 2010 wird sich unser Freundeskreis weiter für den Erhalt des Bildes stark machen. Wie kein anderer hat Walter Womacka die Entwicklung Berlins in den vergangenen Jahrzehnten selbst erlebt, mitgestaltet und in seinen Bildern festgehalten: das zerstörte Berlin 1945, Wiederaufbau und heutige Impressionen. In der Ausstellung “Berliner Bilder” waren Arbeiten aus dem Bestand des Künstlers, ergänzt durch Leihgaben der Stiftung Stadtmuseum Berlin, des Kunstarchivs Beeskow, der Galerie Junge Kunst  Frankfurt (Oder) und der Wall AG zu sehen. Der Filmabend im Rahmen der Ausstellung “Berliner Bilder” war auch ohne große Werbung restlose ausgebucht. Ein Dank gilt allen, die diese Ausstellung möglich gemacht haben, insbesondere dem langjährigen Kurator Dr. Fritz Böhme, aber auch Simone Stolz, Kurt und Waltraud Breidenbach und Elmar Kloss.

Dezember 2009 | Neuer Jahreskalender
Der neue Zweijahreskalender 2010/11 ist da! Lange haben wir überlegt, ob es einen neuen Zweijahreskalender geben wird. Zahlreiche Besitzer des Kalenders 2008/09 haben uns in der laufenden Ausstellung und per Mail doch wieder angeregt, einen neuen Kalender in limitierter Auflage aufzulegen. Ab sofort kann der Kalender in der Ausstellung gekauft werden oder Sie bestellen ihn für 8,00 EUR (+ Versandkosten) per Mail. Mit dem Kauf des Kalenders unterstützen Sie die Arbeit unseres Freundeskreises.

 

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